Die Minoritenkirche

 

Warum hier wohl die Kirchturmspitze fehlt?

 

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D 13 Minoritenkirche

Sie stehen nun vor der Minoritenkirche. Sie sehen einen etwas seltsamen 8-eckigen, schmucklosen Turm. Oben hört er einfach gerade auf.Wirkt er nicht etwas unfertig auf Sie?

Ja, es fehlt der obere Abschluss, die Kirchturmspitze. Und das hat auch einen Grund.

Da müssen wir aber etwas in die Geschichte zurückgehen:1683 belagerten die Türken die Stadt. Ihre Armee war 200 000 Mann stark.Wien war damals von einer großen, ringförmigen Befestigungsmauer umgeben.Die Türken schossen mit Kanonen auf die Stadt. Dabei wurde auch dieser Kirchturm getroffen. Wahrscheinlich wurde er dann nie wieder in seinen Originalzustand versetzt.

Die Minoritenkirche wurde im 14 Jahrhundert erbaut. Den Namen des Erbauers kennt man nicht, man nimmt allerdings an, dass er sich am Kirchturm bildlich verewigt hat. Sehen Sie mal in die Mitte des Turms! Rechts über dem langen Fenster! Dort müssten Sie eine kleine Figur sehen, die eine Ecke des Turms zu tragen scheint. Das wird wohl ein Portrait des Erbauers der Kirche sein.

Vor der Kirche sehen Sie Nachbildungen des Ludwigschores. Die Fundamente wurden beim Bau der U-Bahn entdeckt und auf dem Platz rekonstruiert.

Die Kirche wurde von Joseph II der italienischen Kolonie übergeben. Noch heute wird sie von den Italienern verwaltet. Messen finden in deutscher und italienischer Sprache statt.

Als Napoleon gegen Rußland zog waren hier französische Soldaten einquartiert.

Im Bauteil mit den Fenstern, an der linken Seite der Kirche, befindet sich die Sakristei. Daran anschließend gibt es einen Arkadengang. Dieser Bauteil wurde erst um 1910 dazugebaut. Man erkennt auch noch den etwas anderen Baustil. Die geschossweise Gliederung an der linken Seite kontrastiert mit den hohen gotischen Langfenstern auf der Rechten. Es ergibt sich ein asymmetrisches Spannungsverhältnis


Aber soviel mal zur Kirche. Der Eingang befindet sich an der anderen Platzseite.

Hinter Ihnen sehen Sie ein Verwaltungsgebäude. Hier sind Teile des österreichischen Innenministeriums, des Bundeskanzleramts und des Außenministeriums untergebracht.

Die Gasse mit den Laternen in der Mitte ist die Bruno Kreisky Gasse. Bruno Kreisky, wahrscheinlich einer der international bekanntesten Politiker Österreichs.
Rechts in dieser Gasse, das Bundeskanzleramt.

 

Mehr über die Minoritenkirche Wien auf der offiziellen Seite.