Adlerturm, der unvollendete Turm des Stephansdomes

 

Über den 2. Turm des Stephansdoms, der nie vollendet wurde

 

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D 02 Adlerturm

Sie sehen nun den 2. Turm, den niedrigeren Turm des Stephansdomes.

Kein sehr berauschender Anblick, nicht? Nun, was ist hier passiert?
Dieser Turm ist unvollendet. Das sieht man eigentlich auf den ersten Blick!
-Die Spitze fehlt! Wie mit einem Messer abgeschnitten, endet der Turm. In der Mitte ragt noch ein 8-eckiger Gebäudeteil über diesen geraden Schnitt empor,- ein mehr als provisorischer Abschluß.

Der Stephansdom war ursprünglich als symmetrische Anlage geplant. Dieser Turm, der Adlerturm sollte genauso hoch werden wie der Stephansturm. Aus bis heute nicht ganz geklärten Umständen wurden aber die Bauarbeiten an diesem Turm eingestellt. Wahrscheinlich mangelte es am politischen Willen, oder auch an der wirtschaftlichen Kraft, den Adlerturm so wie geplant fertigzustellen. Wahrscheinlich ist ihnen aber einfach nur das Geld ausgegangen. Jedenfalls wurden die Bauarbeiten in der Mitte des Turms plötzlich abgebrochen.

Als provisorischen Abschluss erhielt der Adlerturm eine Art Kuppel.
In dieser Kuppel ist die Pummerin beherbergt, die größte Glocke von Wien. Sie wiegt 21 Tonnen.

Diese Glocke ist allerdings eine Kopie der alten Pummerin. Das Original der Glocke war im Südturm aufgehängt, ist aber bei den Kämpfen im 2. Weltkrieg abgestürzt und zerschellt.
Gegossen war das Original aus den Geschützen der Türken, die 1683 Wien belagert hatten, die Stadt aber nicht einnehmen konnten. Bei ihrer überstürzten Flucht mussten sie ihre Kanonen zurücklassen. Daraus hat man dann die Pummerin gegossen. Wenn Sie die Pummerin besichtigen wollen, dann werden Sie auf der Glocke die Darstellung von Türkenköpfen finden, die auf diese historische Begebenheit hinweisen.

Vom Inneren des Doms gibt es übrigens einen Aufzug zum Adlerturm.

Hinter dem Adlerturm befindet sich die Dombauhütte. Dort ist ein Bereich des Platzes mit Holzstellwänden abschirmt, und dahinter wird der Dom von mehr als 10 festangestellten Steinmetzen permanent renoviert. Sie können sich vorstellen, daß denen die Arbeit nie ausgehen wird. Die Luftverschmutzung setzt dem Stein ziemlich zu. Viele Skulpturen werden vom agressiven sauren Regen mit der Zeit völlig zersetzt.

Hinter diesen Holzwänden befindet sich übrigens auch der 2. Nebeneingang in den Dom. Dies wäre dann der ehemalige Eingang für die Frauen. Früher waren die Eingänge in den Stephansdom ja streng zwischen den Geschlechtern getrennt.